Wir trauern um unser Vereinsmitglied Dieter Nagel !

von Björn Weber

Seine wunderbaren Bühnenauftritte waren legendär!

Nachruf Dieter Nagel


Der Kappenklub Kronberg trauert um sein langjähriges Mitglied Dieter Nagel. Seit seinem Eintritt in den Verein am 1.4.1964 war er in vielen Bereichen sehr aktiv und sehr beliebt. Auf ihn war immer Verlass. Auch in schweren Zeiten gelang es ihm durch seine humorvolle und ausgleichende Art immer wieder andere aufzurichten und zum Lachen zu bringen. Ein beliebter Spruch von ihm war: „Es wird schon widder wern, secht die Fraa Kern. Bei de Fraa Born is es aach widder worn.“
Auch sein Repertoire an Witzen war schier unerschöpflich. So stand er bis zu seiner Krankheit jedes Jahr in der Bütt, selten allein, am liebsten mit Partnern, wie jahrelang mit Irmgard Bettenbühl, mit seinen Töchtern Corinna und Claudia und später mit Markus Theis. Dieter hatte stets die Ruhe weg und konnte wunderbar improvisieren.
Von Anfang an tanzte Dieter im Männerballett mit und zeigte in jungen Jahren sein nahezu artistisches Können mit Anton Dietz. Seine späteren tänzerischen Soloeinlagen sind legendär und unvergessen, auch wenn den jeweiligen Trainerinnen manchmal die Haare zu Berge standen, war die Begeisterung beim Publikum groß. Da zeigte sich sein schauspielerisches Talent, das er auch beim Theaterspielen einbrachte. Auch bei den Burgsängern und den Schernbornschwalben war er von Anfang an aktiv.
Nicht genug, dass er so auf vielfältige Weise die Programme der Sitzungen mitgestaltete, er half auch tatkräftig und fleißig beim Auf- und Abbau mit. Bewundernswert war seine Gabe, mit meterlangen Stoffbahnen die Bühne und die Stadthalle zu dekorieren.
Früher, als die Stadthalle noch Turnhalle war, mussten die Mitglieder nach den Sitzungen den Saal freiräumen und kehren, wie das auch heute noch der Fall ist, jedoch mussten sie früher die in der Kleinen Halle aufbewahrten Turngeräte (Barren, Matten usw.) wieder in den großen Saal zurücktransportieren. Es wurde zur Tradition nach getaner Arbeit – Turngeräte wegräumen, Sitzung durchführen, Turngeräte wieder hinräumen – meist so gegen 6 Uhr früh zu Elli und Max Nigge zu laufen, welche die Aktiven mit Kaffee und Kreppeln verwöhnten. In der gemütlichen Runde war Dieter immer der Erste, der einschlief. Umfallen konnte er nicht, denn man saß sehr eng.
Mit Leidenschaft war Dieter sofort nach seinem Eintritt in den KKK in der Rittergarde aktiv. Bei unzähligen Auftritten und Umzügen verkörperte er Johann III vom Kronenstamm (1358 – 1407) erkenntlich an seinem Frankfurter Schild. Dieser war maßgeblich an der „Cronberger Schlacht von 1389“ bei Eschborn beteiligt.
Dieter erlaubte es auch mit Einverständnis seiner Schwester, dass die Ritter und Burgfrauen in seinem Haus in Eigenregie den ehemaligen Ziegenstall zum Ritterkeller ausbauen konnten. Unzählige Treffen und fröhliche, gemütliche Feiern fanden dort statt, von Vortragendenabenden über Heringsessen bis hin zu Weihnachtsfeiern. Im Rittergarten war Dieter unser Grill- und Lagerfeuermeister.
Dieter war ein Mann, der die Arbeit sah und sofort überall mitanpackte. Ein Familienmensch, der seine beiden Töchter und seine Enkel über alles liebte. Auch mit seiner Schwester und deren Familie war er sehr eng verbunden.
Wir werden ihn sehr vermissen und uns mit großer Dankbarkeit an ihn erinnern!

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